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Beschallungstechnik – Entwicklungen und Anwendungen

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* Presenting author
Day / Time: 20.03.2018, 11:00-11:45
Room: MW 2001
Typ: Keynote
Abstract: Der Beitrag will die Beschallungstechnik in ihrer Entwicklung über die letzten 100 Jahre darstellen. In den 1920er Jahren begann der Bau von Lautsprechern und Mikrofonen, was die theoretische Auseinandersetzung von Abstrahl- und Bündelungsverhältnissen forcierte. Spezielle Beschallungslösungen (mit Hornstrahlern, Blatthallern, Tonpilzen etc.) entstanden jedoch erst in den 1930er Jahren mit dem aufkommenden Tonfilm und den Großbeschallungen insbesondere von Stadien. Nach dem Krieg fanden Schallzeilen als neuartige Lautsprecher-Entwicklungen breite Anwendung, die auch zu einer Reihe praktischer Vorschläge für den Aufbau von Beschallungsanlagen führte. Erst in den 1970er Jahren gelang es, Zusammenhänge zwischen Mikrofonen, Verstärkern und Lautsprechern im Raum und im Freifeld systematisch zu untersuchen und quantitativ zu erfassen. Mit zunehmender Nutzung von Rechentechnik wurden auf dieser Basis Computerprogramme erarbeitet, die sogleich auch erste Simulationen noch auf Großrechnern möglich machten.In den 1990er Jahren entstanden schließlich Datenbanken über die akustischen Eigenschaften von Lautsprechern, wodurch Schallpegelverteilungen und Verständlichkeitswerte auf Hörerflächen berechnet werden konnten. Ab 2000 wurden jedoch Lautsprecherdatenformate bedeutsam, die nun neben der Amplitude auch die aktuelle Phasenlage berücksichtigen und die somit das Abstrahlverhalten von Line Arrays oder digital gesteuerten Schallzeilen korrekt berechnen lassen. Eine ähnliche Entwicklung ist nun schrittweise bei den Mikrofondaten zu beobachten.Anwendungsbeispiele erläutern die einzelnen Perioden der dargestellten Entwicklung.