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Eine „Schule der Akustik“ in Breslau – in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts

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Day / Time: 21.03.2018, 15:00-15:20
Room: MW 0350
Typ: Regulärer Vortrag
Abstract: Wissenschaftliche Schulen sind seit der Antike (Platon, Pythagoras, Euklid) bekannt. Beispiele aus dem 19./20. Jahrhundert sind die Wundt‘sche Schule der „experimentellen Psychologie“ (Leipzig), die „Frankfurter Schule“ (Sozialwissenschaft, Philosophie) mit Horkheimer und Adorno, die „Sommerfeld-Schule der theoretischen Physik“ in München.Wichtige Merkmale einer solchen wissenschaftlichen Schule sind charismatische „Gründergestalten“, originäre Forschungsprojekte, ein Spezialgebiet als Alleinstellungsmerkmal mit inhaltlichen und methodischen Schwerpunkten, besondere Formen der Interaktion (z. B. Seminare „am Kamin“, „bonzenfreie“ Kolloquien, Diskussionen im „Bierkeller“ oder bei Wochenendausflügen) sowie der Generationenaspekt – aus „Schülern“ werden wiederum „Lehrer“.Im Vortrag wird das Fachgebiet Akustik (integriert in die Physik) an der Universität und an der Technischen Hochschule Breslau in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dargestellt, das deutliche Merkmale einer solchen Wissenschaftsschule zeigt. Hier wirkten Otto Lummer (gestorben 1925), Erich Waetzmann (gestorben 1938), Erwin Meyer, Kurt Schuster, Hubert Cremer, Clemens Schaefer, Ludwig Bergmann, Lothar Keibs, Gisbert Bobbert u. a. Die Letztgenannten waren am Wiederaufbau des Fachgebietes Akustik/Physik nach Ende des 2. Weltkrieges an unterschiedlichen Stellen in der deutschen Wissenschaftslandschaft fachlich kreativ und z. T. „schulenfördernd“ tätig, z. B. Erwin Meyer in Göttingen, Kurt Schuster in Jena, Lothar Keibs beim Rundfunk- und Fernsehtechnischen Zentralamt (RFZ) Berlin und Gisbert Bobbert bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig (PTR/PTB).