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Erweiterung der Netzwerkplanung auf super-breitbandige Sprachübertragung

* Presenting author
Day / Time: 20.03.2018, 18:00-18:20
Room: MW 1050
Typ: Regulärer Vortrag
Abstract: Zur Planung von Sprachübertragungsnetzen werden üblicherweise Rechenmodelle eingesetzt, welche den Einfluss unterschiedlicher Störungen auf die Gesamt-Sprachqualität abschätzen. Das bekannteste Modell ist das E-Modell, welches aus Parametern, die einzelne Störungsursachen beschreiben (z.B. Abschwächungen, Verzögerungen, Rauschpegel), perzeptive Beeinträchtigungs-Faktoren berechnet, die auf einer Gesamtqualitätsskala als additiv angenommen werden. Diese Beeinträchtigungs-Faktoren werden von einem Maximalwert Rmax abgezogen, um die angenommene Gesamtqualität in einer Konversationssituation zu berechnen. Bislang ist das E-Modell für schmalbandige (300-3400 Hz) und eingeschränkt auch für breitbandige (50-7000 Hz) Sprachübertragung definiert. Im Zuge der Erweiterung auf Super-Breitband (20-14000 Hz) oder Vollband (20-20000 Hz) stellt sich die Frage, welcher Maximalwert dort Verwendung finden sollte, und wie sich die wichtigsten Störungen daraus ableiten. Hierzu wurden Hörtestergebnisse analysiert und mittels zweier unterschiedlicher Verfahren auf die Gesamtqualitätsskala transformiert. Es zeigt sich, dass je nach Testergebnissen ein Qualitätsgewinn von 36 bis 77% gegenüber dem Schmalband erzielbar ist. Unter Abwägung der Eigenheiten der einzelnen Tests und Umrechnungsverfahren hat sich daher die International Telecommunication Union (ITU-T) entschieden, einen Maximalwert von Rmax = 148 zu empfehlen. Mit Hilfe dieses Maximalwertes lassen sich nun Beeinträchtigungs-Faktoren für Codecs ableiten, welche im Super-Breitband arbeiten. Hierzu werden erste Ideen vorgestellt, und es werden notwendige Schritte mit dem Ziel eines super-breitbandigen E-Modells diskutiert.