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Ein Verfahren zur präzisen Bestimmung der elektrischen Hörschwelle bei Cochlea-Implantat-Patienten (precT)

* Presenting author
Day / Time: 22.03.2018, 14:40-15:00
Room: Interim 2
Typ: Regulärer Vortrag
Abstract: Bei der Anpassung von Cochlea-Implantaten (CI) ist eine möglichst genaue Bestimmung der Hörschwelle (threshold, T-Wert) für elektrische Reize erforderlich. Vielfach ist eine präzise Festlegung des T-Werts aufgrund unsicherer Angaben der CI-Nutzer nicht möglich.Die im Beitrag vorgestellte T-Wert-Bestimmung (precT) beruht auf einem „forced-choise“ Verfahren mit zwei Intervallen und drei Antwortalternativen. In den beiden Darbietungsintervallen werden zwei Signale mit unterschiedlicher Amplitude präsentiert. Der CI-Nutzer kann je nach Intensität der beiden Reize entweder zwei, eine, oder keine Hörwahrnehmung angeben. Die Differenz des Pegels der beiden Reize und der gesamte Strompegel werden stufenweise adaptiv angepasst, um eine genaue Bestimmung des T-Wertes zu erreichen. Es wurden bei 20 CI-Nutzern drei verschiedene Einstellungen des T-Wertes (gewohntes Programm, precT, PrecT-10CL) geprüft und mehrere Sprachtestverfahren bei unterschiedlichen Präsentationspegeln durchgeführt. Zusätzlich wurde die individuelle Lautheitsfunktion bei verschiedenen Prüffrequenzen mit der Methode der Lautheitsskalierung bestimmt.Die mit dem precT-Verfahren bestimmten T-Werte lagen im Mittel 9CL über der bisher vom CI-Nutzer benutzten Einstellung. Das Sprachverstehen in Ruhe stieg im Vergleich zur bisher benutzten Einstellung um 23%, im Störgeräusch verbesserte sich die Sprachverständnisschwelle von -0.8 auf -1.8dB SNR.