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Elbphilharmonie versus Berliner Philharmonie: Ein Vergleich raumakustischer Planungen, Ergebnisse und Darstellungen

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Day / Time: 21.03.2018, 14:00-14:20
Room: MW 1801
Typ: Regulärer Vortrag
Session: Raumakustik I
Abstract: Für beide ´Weinberg´-Architekturen stand der ´Schuhkarton´-Musikvereinssaal Wien mit einer Nachhallzeit von 2s bei mittleren und bis 3s bei tiefen Frequenzen Modell. Die erste “has become one of the models of successful acoustical designs … A number of terrassed surround halls have been built, though none have been as acclaimed as the Berlin Philharmonie” (Beranek 2004). Die zweite ist für Chefdirigent Hengelbrock 2017 “anders als alle anderen – ein phänomenales Wunderwerk”. Beide Planungen haben aber das angestrebte Bassverhältnis verfehlt, indem sie die Absorption der für die frühen Reflexionen wesentlichen Begrenzungsflächen deutlich unterschätzten. Die fast konstante Nachhallcharakteristik der Elbphilharmonie hat nach unisono vertretener Meinung von Musikern und Zuhörern zu einem verblüffenden, hellen, durchsichtigen, klaren, wuchtigen Klang geführt. Dies hat tatsächlich etwas mit der außerordentlich photogenen, extra schweren und teuren, aus 10.287 individuell vorgefertigten faserverstärkten Gipsplatten zusammengesetzten ´Weißen Haut´ zu tun. Allerdings nicht, wie von Ihren Erfindern wortreich verbreitet, dank der darin nach Berechnungen aufwändig eingefrästen Vertiefungen zwischen 5 und 90 mm. Man kann stattdessen, wie 1931 bei der Jesus-Christus-Kirche und 1963 der Philharmonie in Berlin, von einem weiteren glücklichen Zufall sprechen, obgleich oder weil das Ergebnis in einem wichtigen Punkt eben nicht der vorherrschenden Lehrmeinung und den Erwartungen der planenden Akustiker entspricht.