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Erste Erfahrungen mit den LAI-Hinweisen zum Schallimmissionsschutz bei Windkraftanlagen

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Day / Time: 22.03.2018, 15:20-15:40
Room: MW 1450
Typ: Regulärer Vortrag
Session: Lärmschutz II
Abstract: Bezüglich der Prognose von Geräuschimmissionen verweist die TA Lärm auf die DIN ISO 9613-2. Der Anwendungsbereich dieser Richtlinie ist auf bodennahe Quellen beschränkt. Mit Nabenhöhen von bis zu 150 m und Gesamthöhen von über 200 m sind moderne Windenergieanlagen nicht als bodennahe Schallquellen zu betrachten. Sowohl Messungen als auch theoretische Betrachtungen zeigten, dass die Anwendung der DIN ISO 9613-2 zur Prognose der Geräuschimmissionen von Windkraftanlagen ab bestimmten Entfernungen des Immissionsortes zu der Windenergieanlage zu systematischen Unterschätzungen der real auftretenden Geräuschimmissionen führt. Diese Entfernungen, ab denen nicht zu vernachlässigende Fehler durch die Prognose nach dem Alternativen Verfahren auftreten, hängen unter anderem von der Höhe der Schallquelle über dem Boden ab. Der DIN/VDI-Normenausschuss für Akustik, Lärmminderung und Schwingungstechnik (NALS) erarbeitete und publizierte zur Vermeidung von unzureichenden Prognosen das "Interimsverfahren", welches eine Anpassung der DIN ISO 9613-2 an die Besonderheiten hochliegender Quellen darstellt. Der Arbeitskreis Physikalische Einwirkungen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI) überarbeitete aufgrund der neuen, abgesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse seine aus dem Jahr 2005 stammenden „Hinweise zum Schallimmissionsschutz bei Windenergieanlagen“. Über erste Erfahrungen mit den überarbeiteten Hinweisen wird berichtet.