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Die Rolle des Kontextes in einer Shepard Illusion für Klangfarbe

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Day / Time: 21.03.2018, 16:40-17:00
Room: MW 0350
Typ: Regulärer Vortrag
Abstract: In einer kürzlich erschienenen Studie berichten Chambers et al (2017, Nat. Comm.) über starke Effekte eines vorhergehenden auditorischen Kontextes auf die Wahrnehmung von ambivalenten Tonhöhenverschiebungen von sogenannten Shepard Tönen. In diesem Beitrag wird diese Arbeit ausgeweitet, indem ich zeige, dass ähnliche Effekte für Helligkeitsurteile in der Klangfarbenwahrnehmung entstehen können. Dafür werden harmonische Tonkomplexe benutzt, deren spektrale Einhüllende sowohl durch eine globale Gaussche Verteilung als auch durch eine lokale zyklische Struktur bestimmt ist. Durch Verschiebung der lokal Einhüllenden entlang der Frequenz, erhält man (zyklische) Verschiebungen der Tonhelligkeit bei gleichbleibender Tonhöhe. Bei der isolierten Präsentation von Verschiebungen um eine halbe Oktave sind Urteile der Probanden maximal ambivalent. Ähnlich wie in der Vorgängerarbeit (Chambers et al., 2017, Experiment 2) wird die Wahrnehmung dieser ambivalenten Verschiebung durch die Präsentation eines vorhergehenden Kontextes jedoch klar determiniert. Diese Beobachtungen weiten das Phänomen der Shepard Illusion auf den Bereich der Helligkeitswahrnehmung aus und werfen neues Licht auf die Gemeinsamkeiten der Wahrnehmung von Tonhöhe und Klangfarbe.