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Der Einfluss von Signalpausen auf die zeitliche Gewichtung bei der Lautheitswahrnehmung

* Presenting author
Day / Time: 20.03.2018, 17:40-18:00
Room: Interim 2
Typ: Regulärer Vortrag
Session: Psychoakustik II
Abstract: Die Lautheit eines Geräusches wird von dessen zeitlicher Struktur beeinflusst. Mehrere Studien zeigen, dass Stimulusanteile am Anfang eine größere Bedeutung bei der Gesamtbewertung des Schalls bezüglich seiner Lautheit spielen als spätere Stimulusanteile. Dieses als Primacy-Effekt bezeichnete Phänomen widerspricht der üblichen Annahme bei der Lautheitsmodellierung, dass alle zeitlichen Signalanteile ungewichtet in die Lautheitsbestimmung einfließen. Eine offene Frage ist, wie sich die Gewichtung einzelner zeitlicher Signalanteile bei der Lautheitsbewertung ändert, wenn eine Pause in das Signal eingefügt wird. Um dies zu untersuchen wurden im vorliegenden Beitrag breitbandige Stimuli präsentiert, die aus 10 zeitlichen Segmenten à 100ms bestanden. Die Segmente 1-5 wurden von den Segmenten 6-10 durch eine Pause getrennt. Die Dauer der Pause lag zwischen 0 und 1400ms. Die Pegel der Segmente fluktuierten zufällig. Aus den kategorialen Lautheitsurteilen der Versuchspersonen wurden mittels eines behavioral-reverse-correlation Ansatzes die zeitlichen Gewichte bei der Lautheitsbewertung geschätzt. Die Ergebnisse zeigen einen mit der Pausendauer zunehmenden zweiten Primacy-Effekt für den Stimulusanteil nach der Pause. Die Bedeutung der Ergebnisse für die Lautheitsmodellierung wird diskutiert.