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Instrumentalakustische Messungen im Tieftonbereich

* Presenting author
Day / Time: 22.03.2018, 10:20-10:40
Room: MW 1801
Typ: Regulärer Vortrag
Abstract: Die tiefsten spielbaren Töne etlicher großer Musikinstrumente liegen in der Contra-Oktave mit Grundfrequenzen zwischen 32,7–65,4 Hz (gleichschwebende Stimmung). Einige erreichen sogar das obere Ende der Sub-Contra-Oktave (Klavier, Kontrafagott, Kontrabasstuba, Harfe), während das untere Ende, ein Sub-Contra C mit 16,35 Hz Grundfrequenz lediglich von großen Kirchenorgeln mit 32-Fuß Register und dem Boesendorfer Imperial 290 (Konzertflügel) gespielt werden kann. Wenn die Grundschwingungen überhaupt ausgeprägt sind, liegen sie meist deutlich unterhalb der Hörschwelle, können aber durch Residualtonwahrnehmung dennoch erkannt werden. Bereits in der Contra Oktave fällt es Absoluthörern schwer, Tonhöhen exakt zuzuordnen, bis zu einer Grenze von 30–35 Hz sind Hörer in der Lage, Änderungen eines Ganztons in einen Halbton (und umgekehrt) wahrzunehmen. Darunter können primär Helligkeitsunterschiede erkannt werden. Zudem kommt es im Bereich um 20 Hz je nach Schwingungsform zu Oktavverwechslungen.Bisher wurden Hörversuche im Tieftonbereich meist mit artifiziellen Stimuli wie Sinustönen oder Dreieckschwingungen durchgeführt. Ziel des Projekts ist eine Sammlung realer Instrumentalklänge beider Oktaven, die sowohl akustische bzw. klangfarbliche Analysen wie auch Hörversuche mit größerer externer Validität ermöglichen. Korrelationen zwischen akustischen Parametern und subjektiven Urteilen können neue Erkenntnisse zur Wahrnehmung tiefster Tonhöhen liefern und einen besseren Einblick in die Rolle dieser Basstöne in der musikalischen Praxis gewähren.