Article

Auswirkungen der neuen NMFS-Richtlinie auf die Unterwasserschallmodellierung für Umweltverträglichkeitsstudien

* Presenting author
Day / Time: 21.03.2018, 09:20-09:40
Room: MW 2250
Typ: Vortrag (strukturierte Sitzung)
Session: Meeresakustik
Abstract: Schallemissionen beim Rammen von Fundamenten in Offshore-Windparks oder bei seismischen Untersuchungen können zu Beeinträchtigungen der marinen Fauna führen. Weltweit unterscheiden sich jedoch die behördlichen Anforderungen an die Umweltverträglichkeitsstudien. Zu den neuesten und am häufigsten angewendeten Regelwerken in Bezug auf marine Säugetiere gehört die Richtlinie des National Marine Fisheries Service von 2016 (NMFS 2016). Hier werden die Grenzwerte spektral aufgelöst und es werden zum Teil deutlich höhere Frequenzbänder berücksichtigt als mit der weit verbreiteten M-Gewichtung. Für die Modellierung der Schallausbreitung, die als Grundlage für die Bewertung der Beeinträchtigungen der marinen Säugetiere in der Umweltverträglichkeitsstudie dient, ergeben sich dadurch neue Herausforderungen: So muss die Ausbreitung eines mitunter sehr breiten und vor allem hochfrequenten Bandes über große Distanzen simuliert werden. Anhand eines ausgewählten Standortes in der Ostsee werden exemplarisch die Herausforderungen bei Anwendung der Richtlinie des NMFS 2016 diskutiert. Das verwendete, entfernungsabhängige (RAM) N x 2D Modell löst die Parabolische Gleichung (Parabolic Equation, PE) und berücksichtigt neben der Schallgeschwindigkeit auch die Volumendämpfung basierend auf pH, Salzgehalt und Temperatur. Ein Vergleich der Ergebnisse mit unterschiedlichen Gewichtungsfunktionen zeigt die Auswirkungen auf Schweinswale und Robben in der abschließenden Bewertung der Beeinträchtigung und potentielle Einwirkungen auf den Genehmigungsprozess.