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Modellbildung der neuronalen auditiven Verarbeitung kombiniert mit Psychoakustik als Werkzeug in der Hörimplantatforschung

* Presenting author
Day / Time: 22.03.2018, 10:00-10:20
Room: Interim 1
Typ: Vortrag (strukturierte Sitzung)
Abstract: Schallsignale werden im Innenohr in Nervenaktionspotentiale kodiert und entlang des auditiven Pfades weiterverarbeitet. Die fortschreitende Kenntnis der neuronalen Verarbeitungsstufen und ihre von Prof. Zwicker wesentlich geprägte Beschreibung in Modellen ermöglicht zunehmend präzise Vorhersagen auditiver Teilleistungen und stellt somit der klassischen Psychoakustik ein quantitatives Fundament zur Seite. So kann beispielsweise die Verarbeitung interauraler Zeitdifferenzen (ITDs) mithilfe eines Modells der Neurone im medialen Olivenkern repliziert werden (siehe Beitrag Encke et al.). Dabei führten neue Erkenntnisse über die neuronale Verschaltung zur Hypothese, dass dort Phasen- statt Zeitdifferenzen ausgewertet werden. Solche quantitativen Hypothesen können wiederum durch psychoakustische Experimente manifestiert werden (siehe Reimann et al.). Ein interessanter Aspekt dieser Modelle ist zudem, dass bei Austausch z.B. des Modells des intakten Innenohrs durch das eines geschädigten, mit einem Cochlea-Implantat versorgten (Schäfer et al.), mit gewissen Einschränkungen wieder Vorhersagen über höhere Verarbeitungsleistungen (z.B. reduzierte Empfindlichkeit bei der ITD-Verarbeitung) möglich sind. Weitere Forschungsbereiche unserer Gruppe sind die modellbasierte Evaluation und Verbesserung von Kodierungsstrategien von Cochlea-Implantaten, insbesondere bei der Schallokalisation, und die Entwicklung sensitiver audiologischer Testverfahren. Hier schließt sich der Bogen zu Prof. Fastl, denn in diesem Bereich konnten wir bestätigen, dass das nach ihm benannte modulierte Rauschsignal ein geeignetes Störgeräusch ist, um Kodierungsstrategien von Cochlea-Implantaten weiterzuentwickeln.

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